Wissenschaftstheorie

Die Wissenschaftstheorie ist ein Bereich der Philosophie, der sich mit der Wissenschaft und ihrer Arbeitsweise beschäftigt. Wesentlich bei der näheren Bestimmung einer Wissenschaft ist die Frage nach ihrem Gegenstand, dem Materialobjekt, sowie nach ihrer methodischen Vorgangsweise, dem Formalobjekt.

Aufgrund ihres je spezifischen Zugangs zur Wirklichkeit haftet jeder Wissenschaft eine gewisse methodische Reduktion an. Wird diese für das jeweilige Forschungsziel notwendige Einseitigkeit der Perspektive übersehen und setzt sich eine Einzelwissenschaft absolut, indem sie Teilaspekte für das Ganze ausgibt, so gerät sie unter Ideologieverdacht.

Einige Kernfragen:

  1. Wie kommt Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen?
  2. Welchen Status haben wissenschaftliche Erkenntnisse?
  3. Mit welchen Kriterien kann man Wissenschaft von anderen Bereichen (z.B. der Metaphysik) abgrenzen?

Auf diese Fragen geben verschiedene Philosophen verschiedene Antworten.

Am allgemeinsten akzeptiert - vor allem im Bereich der Naturwissenschaft - sind derzeit vermutlich die Antworten von Karl Popper (Position Kritischer Rationalismus):

  1. Durch die Erzeugung und Überprüfung von Hypothesen.
  2. Erkenntnisse bzw. Theorien behalten den Charakter von Hypothesen. Man muss jederzeit damit rechnen, dass eine Lehrmeinung durch neue Experimente widerlegt wird und neue oder adaptierte Theorien notwendig werden.
  3. Wissenschaft macht Prognosen, die überprüfbar und damit im Prinzip falsifizierbar sind.

Alternative Antworten wären z.B.:

  1. Durch Induktion auf Grund fortlaufender Experimente und Beobachtungen.
  2. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind Wahrheit (Übereinstimmung mit der Realität).
  3. Auf Grund der Beweisbarkeit.

 

Empirie

Empirie (von griech.: empereia = Erfahrung) ist im eigentlichen Sinne nur wissenschaftlich, d. h. auf methodischem Weg (Induktion und Analogie sowie durch absichtlich angestellte Beobachtungen und Versuche), gewonnene Erfahrung.

Dieselbe ist äußere oder innere, je nachdem die Erfahrung selbst aus sinnlicher Wahrnehmung oder Beobachtung unseres inneren Lebens beruht. Eine einzelne sinnliche Wahrnehmung ist noch keine Erfahrung zu nennen; wenigstens gehören mehrere Erfahrungen dazu, um eine relative Gewissheit zu erlangen. Auch bietet sich die Erfahrung oft nicht von selbst, sondern muss gesucht und hervorgerufen werden durch Experimente. Dies gilt nicht nur von der äußern Erfahrung, sondern auch von der innern, bei der noch die eigentümliche Schwierigkeit hinzutritt, dass das beobachtende Subjekt zugleich das beobachtete Objekt ist, oder dass sich das Ich sich selbst gegenüberstellen und sich als Nicht-Ich betrachten muss.

Die Empirie spielt nicht nur in den eigentlichen empirischen (Erfahrungs-) Wissenschaften, insbesondere in der Naturwissenschaft und Medizin, sondern auch in der Philosophie eine Rolle. So gewiss es aber ist, dass Erfahrung, wie Kant lehrt, die Grundlage der ganzen theoretischen Philosophie bildet, ebenso gewiss kann durch bloße Erfahrung eine rein philosophische Erkenntnis nicht geschaffen werden. Erfahrungen, noch so sehr gehäuft, aus allen Teilen der Welt und aus allen Zeiten zusammengerafft, bilden doch immer nur eine Masse von Einzelheiten, welcher jene Ordnung und höhere Einheit abgeht, ohne welche überhaupt keine wissenschaftliche, geschweige eine philosophische Erkenntnis denkbar ist. Es ist also nötig, mit dem reinen Denken an die gesammelte Erfahrung heranzutreten und die durch diese gefundenen Begriffe einer regelmäßigen Bearbeitung zu unterwerfen. Hieraus entwickelt sich die Philosophie, welche eben als eine Erkenntnis aus Begriffen vermittelst einer regelmäßigen Bearbeitung derselben bezeichnet wird.

Am wichtigsten ist die reine Empirie für die Naturwissenschaften, weil in diesen auch eine einzelne Erfahrung einen relativen Wert hat. Freilich muss sich auch hier die rein empirische Erkenntnis, d. h. diejenige, die nur auf einzelnen Erfahrungen beruht, gefallen lassen, durch jede neu gemachte entgegenstehende Erfahrung berichtigt und widerlegt zu werden.

Das Wissenschaftsverständnis der Empirie steht in vielen Wissenschaftsgebieten vor allem in der Geisteswissenschaft im Widerstreit mit der Hermeneutik.

Empiriker heißen diejenigen Philosophen, welche alle Erkenntnis aus der Erfahrung ableiten zu können meinen, auch solche Ärzte, welche ihr Wissen und ihre Kunst allein auf die Erfahrung gründen, mit Ausschluss aller theoretischen Ansichten und Lehrgebäude.

Empirisch werden alle Begriffe, Urteile und Schlüsse genannt, welche sich bloß auf Erfahrung gründen.

Empirismus ist dasjenige philosophische System, nach welchem alle Erkenntnis einzig und allein aus der Erfahrung abgeleitet werden soll.

Empirie in den Erziehungswissenschaften
Die historische Entwicklung:

 

Hermeneutik

Hermeneutik (griechisch hermeneutike, Kunst des Interpretierens, Übersetzens, Erklärens und Auslegens.) Abgeleitet von Hermes dem Götterboten, der den Menschen den Götterwillen immer verschlüsselt, also interpretationsbedürftig gebracht hat. Ursprünglich Lehre vom Verstehen eines Textes, hat Schleiermacher unter dem Begriff der Hermeneutik das Programm einer umfassenden Lehre vom Verstehen entworfen.

 

Anwendungsgebiete der Hermeneutik

Große Bedeutung besitzt die Hermeneutik nach wie vor bei der Auslegung von Texten, Kunstwerken oder Musikstücken.

In der Theologie findet die Hermeneutik in Form der Biblischen Hermeneutik Anwendung. Sie hat das Verstehen der Bibel zum Gegenstand. Zur Debatte steht hier zum Beispiel, inwieweit biblische Texte wörtlich zu verstehen sind. Ganz grundsätzlich wird aber auch gefragt, inwieweit eine Biblische Hermeneutik sich überhaupt als Spezialfall einer allgemeinen Hermeneutik verstehen kann.

Gadamer versteht die Hermeneutik universal als Weltdeutung. Man spricht daher von einer hermeneutischen Philosophie. Weitere wichtige Vordenker und Vertreter dieser Philosophierichtung sind z.B. Wilhelm Dilthey und Martin Heidegger.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Rechtshermeneutik, die die Frage nach der Anwendung und Interpretation von Gesetzestexten stellt: muss das Gericht sie wörtlich verstehen oder gibt es Spielraum für eine übertragene Anwendung?

 

Wissenschaftstheoretisch kann ein hermeneutischer Ansatz einem naturwissenschaftlichen Ansatz (Empirie) entgegengestellt werden. W. Dilthey stellte so Naturwissenschaften und Hermeneutik (Geisteswissenschaften) einander gegenüber: Naturwissenschaften erklären etwas, fragen nach Ursachen (erklären z.B. den Tod eines Menschen medizinisch). Geisteswissenschaften versuchen etwas (im umfassenderen Sinne) zu verstehen (fragen z.B. Was ist der Tod? Wie gehe ich mit ihm um?).

In den Sozialwissenschaften unterscheidet man subjektive und objektive Hermeneutik. Während erstere das „einfühlende Verstehen“ z.B. in die persönliche Situation eines Menschen bezeichnet, ist die objektive Hermeneutik bemüht, die tatsächlichen Beweggründe, Botschaften eines Handelns oder einer Situation zu verstehen. Dies geschieht unter anderem durch die Interpretation von Kontextmerkmalen einer Situation oder eines Ereignisses. Die objektive Hermeneutik stellt auch eine Methode der qualitativen Sozialforschung dar.

 

Hermeneutischer Zirkel

Der hermeneutische Zirkel ist das Ausgangsproblem allen Verstehens und gehört somit zur Hermeneutik. Dabei wird vom Ganzen auf das Einzelne und vom Einzelnen auf das Ganze geschlossen. (siehe Induktion und Deduktion)

Um damit beginnen zu können, eine geistige Gegebenheit zu verstehen, müsste man eigentlich schon das Ganze kennen; dieses wiederum kann man aber nur aus dem Gesamt der Einzelheiten verstehen.

 

Objektive Hermeneutik

Bei der objektiven Hermeneutik oder auch hermeneutischen Erfahrungswissenschaft handelt es sich um ein qualitatives, interpretatives Verfahren aus den Sozialwissenschaften.

Unter qualitativer Sozialforschung verstehen die Sozialwissenschaften eine sinnverstehende, interpretative wissenschaftliche Verfahrungsweise bei der Erhebung und Aufbereitung sozial relevanter Daten.

Psychologische Gegebenheiten, die den Menschen zum Inhalt haben, lassen sich einerseits quantitativ-empirisch beschreiben und erhellen, andererseits ist gerade für ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge eine qualitative Analyse und Bewertung sowie in einem weiteren Schritt auch eine geisteswissenschaftliche Auseinandersetzung unerlässlich.

Seit den 80er Jahren erlangte die qualitative Methodologie eine zunehmende Aufmerksamkeit und qualitativ orientierte Projekte und Forschungsansätze eine zunehmende Verbreitung. Es entwickelte sich auf beiden Seiten eine wachsende Bereitschaft, die jeweilige Relevanz der unterschiedlichen Forschungsansätze für eine bestimmte Fragestellung zu akzeptieren und die Grenzen der eigenen Richtung zu erkennen.

Qualitative Methoden

Zu den Methoden der qualitativen Sozialforschung zählen u.a. die Einzelfallstudie, das qualitative Interview, die teilnehmende Beobachtung, die biographische Methode,  und die qualitative Inhaltsanalyse.

 

 

Induktion (Logik)

Induktion bzw. induktives Schließen bezeichnet in der Logik und den Naturwissenschaften das Schließen "vom Besonderen auf das Allgemeine" zum Zweck des Erkenntnisgewinns.

 

Im Gegensatz zur Deduktion ist diese Vorgehensweise nur unter bestimmten Voraussetzungen gerechtfertigt, da Verallgemeinerungen mit Unsicherheiten behaftet sind.

 

Nach der Terminologie von Peirce verläuft die Schlussfolgerungsweise über eine bekannte Regel und ein bekanntes Resultat auf einen Fall. Die in der Mathematik häufig angewendete vollständige Induktion ist nach dieser Definition eine deduktive Methode. Denn sie ist - unter Voraussetzung des jeweiligen Axiomensystems - exakt gültig.

Beispiel 1

Beobachtung: Ich beobachte in Schottland sehr viele Schafe und alle sind schwarz

Induktive Schlussfolgerung: Alle Schafe in Schottland sind schwarz.

Beispiel 2

Beobachtung: Ich halte Steine in die Luft und lasse sie los. Alle Steine, mit denen ich dies bis heute getan habe, fielen hinunter.

Induktive Schlussfolgerung: Steine werden auch in Zukunft hinunterfallen, wenn ich sie in die Luft halte und loslasse.

 

Induktion in den Naturwissenschaften

Alle Naturwissenschaften und auch die allermeisten Handlungen in unserem Alltag bauen auf dem so genannten Induktionsprinzip auf, also auf dem Glauben, dass die Induktion funktioniert.

 

Beispiel: Wenn ich Hunger habe, esse ich etwas. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass Essen den Hunger beseitigt und schließe durch Induktion, dass dies in der Zukunft auch funktionieren wird.

 

Es ist nicht ohne weiteres klar, weshalb dieser Induktionsschluss erlaubt ist. Man könnte argumentieren, wir wissen aus Erfahrung, dass der Induktionsschluss funktioniert. Wenn wir aber aus der Erfahrung auf die Zukunft schließen, wenden wir Induktion an. Auf diese Weise können wir also nicht beweisen, dass die Induktion erlaubt ist. Viele Philosophen sind deshalb der Ansicht, das so genannte Induktionsprinzip könne nicht auf elementarere Prinzipien zurückgeführt werden. (U.a. Karl Popper)

 

Bei der Theorienbildung durch Induktion geht man davon aus, dass der Wissenschaftler im empirischen Prozess Datenmaterial erarbeitet, in dem schließlich innere Strukturen und Gesetzmäßigkeiten sichtbar werden. Weitere positiv verlaufende Experimente sollen die Theorie bestätigen und sind die Bausteine einer Verifikation (Beweisführung), die letztlich in naturgesetzlicher Sicherheit (Wahrheit) münden soll.
 
Bei der Theorienbildung durch Deduktion geht man davon aus, dass der Wissenschaftler durch kreative Akte sinnvolle Hypothesen erzeugt, deren Übereinstimmung mit dem Datenmaterial er anschließend überprüft. Weitere Experimente müssen mit dem ernsthaften Ziel der Falsifikation (Wiederlegung) unternommen werden. Nur in dem Ausmaß wie sich Theorien bewähren (der Falsifikation entziehen), kann relative Sicherheit gewonnen werden.

 

Naturwissenschaft

Naturwissenschaften sind die Wissenschaften, die sich mit der unbelebten und belebten Natur beschäftigen.

Prinzipien der Naturwissenschaften

Das Grundprinzip der Naturwissenschaft ist die Suche nach erklärbaren Ursachen aller Erscheinungen. Dabei schließt die Naturwissenschaft übernatürliche, willkürliche und wiederholbaren Experimenten widersprechende Ursachen aus.

Es wird versucht verlässliche und allgemein gültige Naturgesetze zu erstellen, die sich immer wieder der Kritik stellen und bei auftretenden Widersprüchen überarbeitet werden müssen.

Gebiete

Zu den Naturwissenschaften gehören die:


Die Mathematik gehört im eigentlichen Sinne nicht zu den Naturwissenschaften, sondern zu den Geisteswissenschaften. Da sich aber hauptsächlich die Naturwissenschaften mathematischer Methoden und Ergebnisse bedienen, besteht ein intensiver Austausch zwischen Mathematik und Naturwissenschaften. Man kann sagen, die Naturwissenschaften stehen der Mathematik heute näher als die meisten Geisteswissenschaften. Deswegen wird z.B. als Doktortitel in der Mathematik heute meist der Dr. rerum naturae (rer. nat.) statt des Dr. phil. verliehen.

Von den Naturwissenschaften unterschieden werden die Geisteswissenschaften. Daneben gibt es noch die Gesellschaftswissenschaften und die Ingenieurwissenschaften. Auch sie werden im Allgemeinen nicht zu den Naturwissenschaften gezählt.

 

Geisteswissenschaften

Die Geisteswissenschaften sind der Inbegriff derjenigen Wissenschaften, die sich mit kulturell-geistigen Schöpfungen wie Wissenschaft, Kunst, Religion, Staat, Recht usw. befassen.

Der Begriff wurde 1849 als Lehnübersetzung von »moral science[s]« (John Stuart Mill) geprägt, bekam seine Prägnanz aber erst durch Dilthey. Dieser definierte sie in scharfer Entgegensetzung zu den Naturwissenschaften durch die ihnen eigene Methode des Verstehens, wie sie als Hermeneutik seit Schleiermacher auch außerhalb der Philologie gebräuchlich geworden war.

Eine ähnliche und parallel laufende Unterscheidung ist die zwischen nomothetischen, »regelsetzenden« und idiographischen. »beschreibenden« Wissenschaften, die manchmal dazu dient, die Sozialwissenschaften als nomothetisch abzugrenzen.

Einige Sonderfälle: die Mathematik ist weder Natur- noch Geisteswissenschaft, sondern eine Ausnahme (oder eine Kunst).

Die Psychologie zählt in Deutschland zu den Naturwissenschaften, in den USA aber zu den Sozialwissenschaften.

 

Psychologie

Psychologie (griechisch, wörtlich übersetzt "Seelenkunde") ist die Wissenschaft vom Denken, Fühlen, Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen.

Seit der Gründung eines experimentalpsychologischen Laboratoriums an der Universität Leipzig durch Wilhelm Wundt im Jahre 1879 hat sich das Fach von seiner Ursprungsheimat, der Philosophie, gelöst und ist zu einer eigenständigen Disziplin mit vielen Teilbereichen geworden.

Die Psychologie hat dabei Züge einer bereichsübergreifenden Wissenschaft, die sich nicht einseitig den Geistenswissenschaften, den Sozialwissenschaften oder den Naturwissenschaften zuordnen lässt. Dabei haben sich im Lauf der Entwicklung der Psychologie die Schwerpunkte vom geisteswissenschaftlichem Denken (Wundt, aber auch Freud) und den Sozialwissenschaften hin zu den Naturwissenschaften verlagert.

Wichtige Vertreter in den Anfangsjahren der Psychologie waren: Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse. Iwan Petrowitsch Pawlow, der mit seinen Tierexperimenten (Pawlowscher Hund) die Konditionierung entdeckte, und John B. Watson 1915 zur Ausrufung des Behaviourismus anregte. Der bekannteste Behaviourist dürfte Burrhus Frederic Skinner sein. Grund legende Lernprinzipien, die von Behaviouristen entdeckt wurden, spielen auch heute noch in der psychotherapeutischen Praxis der Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle.

Eine auch international wichtige Rolle spielte in den 1920er und -30er Jahren die in Deutschland entstandene Gestaltpsychologie bzw. Gestalttheorie (Max Wertheimer, Wolfgang Köhler, Kurt Koffka).


Nach dem Zweiten Weltkrieg löste der Informationsverarbeitungsansatz den Behaviourismus als führendes Paradigma ab. Themen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis traten in den Vordergrund. Im Gegensatz zum Behaviorismus, der die Funktionsweise des Gehirns als Blackbox auszuklammern versuchte, wurde versucht die Funktionsweise bewusster Vorgänge zu ergründen. Der Computer wurde zur Metapher des menschlichen Geistes, wenngleich man sich den Beschränkungen des Computermodells schnell bewusst wurde, da beispielsweise die Parallelverarbeitungsleistungen des Gehirns damit nur schwer erklärbar sind. Neben diese Sichtweise trat in den 1980er Jahren der Konnektionismus, dessen zentrales Konstrukt Netzwerke sind. Statt des Computers dient hier das Gehirn als Metapher des Geistes.

Die Psychoanalyse Freuds sowie psychoanalytische Theorien anderer Psychoanalytiker wie Jung oder Adler spielen dagegen in der akademischen Psychologie nur eine Nebenrolle, an manchen Fakultäten wird die Psychoanalyse praktisch ausgeklammert. Bei der in der Öffentlichkeit häufig anzutreffenden Gleichsetzung von Psychologie und Psychoanalyse bzw. dem Verständnis von Psychoanalyse als Teildisziplin der Psychologie handelt es sich um einen populären Irrtum. Psychoanalytische Ideen spielen gleichwohl in der Entwicklungspsychologie, der Sozialpsychologie und der pädagogischen Psychologie sowie der klinischen Psychologie eine gewisse Rolle.